Leitweg-ID

Leitweg-ID: Aufbau, Prüfziffer, Format-Checker

Die Leitweg-ID ist eine eindeutige Kennung für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber (B2G). Sie identifiziert die zuständige Rechnungseingangs-Stelle und ist für XRechnung an Behörden Pflicht.

Was ist die Leitweg-ID?

Die Leitweg-ID (auch: Leitweg-Identifikationsnummer) ist eine strukturierte Kennung, die bei elektronischen Rechnungen an öffentliche Auftraggeber in Deutschland (Bund, Länder, Kommunen) die zuständige Rechnungseingangs-Stelle identifiziert.

Seit dem 27. November 2020 ist die Leitweg-ID für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber des Bundes verpflichtend. Sie wird im XRechnung-Feld Buyer Reference (BT-10) übermittelt.

Aufbau der Leitweg-ID

Eine Leitweg-ID besteht aus drei Teilen, getrennt durch Bindestriche:

Grobadressierung - Feinadressierung - Prüfziffer

1. Grobadressierung (2–12 Ziffern)

Identifiziert die Behörde oder Gebietskörperschaft. Beispiele:

  • 04011000 – Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
  • 991 – Testkennung (für Entwicklung/Test)

Die Grobadressierung wird von der Vergabestelle Bund (VeSt Bund) vergeben.

2. Feinadressierung (1–30 Zeichen, alphanumerisch)

Identifiziert die interne Organisationseinheit (Fachabteilung, Kostenstelle, Projekt). Wird von der Behörde selbst vergeben. Beispiele:

  • 12345 – einfache Nummer
  • 1234567890 – längere Kennung
  • ABTEIL-123 – alphanumerisch (je nach Behörde)

3. Prüfziffer (2 Ziffern)

Die Prüfziffer wird nach dem Modulo 97-10-Verfahren (ISO 7064) berechnet. Sie stellt sicher, dass die Leitweg-ID korrekt übertragen wurde.

Beispiele gültiger Leitweg-IDs

  • 991-12345-73 – Testkennung, Feinadressierung 12345, Prüfziffer 73
  • 04011000-1234567890-17 – BMWK, lange Feinadressierung
  • 991-1-47 – Testkennung, kurze Feinadressierung

Modulo 97-10 Prüfziffer: So wird sie berechnet

Die Prüfziffer wird nach ISO 7064, MOD 97-10 berechnet:

  1. Nehmen Sie Grobadressierung + Feinadressierung (ohne Bindestriche)
  2. Hängen Sie "00" an (als Platzhalter für die Prüfziffer)
  3. Berechnen Sie: 98 - (Zahl mod 97)
  4. Das Ergebnis ist die zweistellige Prüfziffer (ggf. führende Null)

Beispiel: 991-12345

  1. Basis: 99112345
  2. Mit Platzhalter: 9911234500
  3. Modulo 97: 9911234500 mod 97 = 25
  4. Prüfziffer: 98 - 25 = 73
  5. Leitweg-ID: 991-12345-73

Format-Regeln

  • Trennzeichen: Bindestriche (-) zwischen den drei Teilen
  • Grobadressierung: 2–12 Ziffern
  • Feinadressierung: 1–30 alphanumerische Zeichen (A-Z, 0-9, teilweise Sonderzeichen je nach Behörde)
  • Prüfziffer: Genau 2 Ziffern (00–97)
  • Keine Leerzeichen erlaubt

Wo finde ich die Leitweg-ID?

Die Leitweg-ID erhalten Sie vom Rechnungsempfänger (der Behörde). Sie ist oft in:

  • Auftrag oder Bestellung
  • Vertragsunterlagen
  • Lieferantenportal der Behörde
  • Allgemeine Anfragen: Kontaktieren Sie die Vergabestelle der Behörde

Wenn Sie die Leitweg-ID nicht haben, fragen Sie vor Rechnungsstellung nach.

Leitweg-ID in XRechnung eintragen

Die Leitweg-ID wird im Feld Buyer Reference (BT-10) übermittelt:

UBL:

<cbc:BuyerReference>991-12345-73</cbc:BuyerReference>

UN/CEFACT CII:

<ram:BuyerReference>991-12345-73</ram:BuyerReference>

Siehe auch: BR-DE-15: Buyer Reference fehlt

Leitweg-ID für B2B-Rechnungen?

Nein. Die Leitweg-ID ist nur für B2G-Rechnungen (an öffentliche Auftraggeber) erforderlich. Bei B2B-Rechnungen (zwischen Unternehmen) tragen Sie stattdessen eine andere Referenz in BT-10 ein, z.B. die Bestellnummer.

Leitweg-ID-Prüfung (Validator-Fehler)

Wenn der XRechnung-Validator den Fehler BR-DE-15 meldet, fehlt das Feld BT-10 komplett. Der Validator prüft nicht die Prüfziffer oder ob die Leitweg-ID existiert – nur, ob das Feld ausgefüllt ist.

Der obige Format-Checker prüft dagegen Format, Struktur und Prüfziffer.

XRechnung mit Leitweg-ID prüfen

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